„Was machst du eigentlich so als Bandmanager?“

„Was machst du eigentlich so als Bandmanager?“ 

 

– werde ich oft gefragt. Die kurze Antwort lautet: Alles!

 

Damit „Die Analphabeten“ überhaupt auf der 88.6-Bühne beim Donauinselfest landen konnten, begann die Planung bereits eineinhalb Jahre zuvor. Zuerst muss man sich als Band einen Namen machen, um überhaupt mal einen Fuß in die Tür bekommen. Auch die Vertragsverhandlungen brauchen ihre Zeit – am Ende sollen ja alle zufrieden sein.

 

In den Wochen vor dem Konzert wird die Setlist samt Showkonzept festgelegt und intensiv geprobt. Die Hotels für unsere mittlerweile achtköpfige Travel-Party werden gebucht. Der Technical Rider wird an die Produktionsfirma verschickt und für den Tonmann stelle ich eine Playlist zusammen, damit er sich auf die Show vorbereiten kann. Dann noch die Packliste für unseren Merchstand checken und sicherstellen, dass genug Wechselgeld mitkommt.

Am Spieltag kümmere ich mich zuerst um die Akkreditierung der Künstler und den Transport zur Bühne. Danach geht’s zum Büro des Produktionsmanagers – den Ablauf final abstimmen und den besten Platz für unseren Merchstand ergattern. Ich bringe die Band zum Backstage und Catering. Während die Jungs sich dort „vorbereiten“, wird der Merchstand aufgebaut. Ich finde den Stagemanager und bespreche mit ihm den Bühnenablauf. Dann weiter zu den Ton-, Licht- und Monitor-Ingenieuren, um das Set durchzugehen.

Die Leute vom Radio haben mir im Vorfeld ein Live-Interview zugesagt. Kurz vorher briefe ich die Band dazu und mache parallel Videos und Fotos fürs Social Media. Während des Soundchecks stehe ich mit der Band auf der Bühne und achte darauf, dass der Bühnensound stimmt – denn wenn der passt, legen die Jungs nochmal extra Energie rein.

Kurz vor der Show stimme ich nochmal die Instrumente, und wir versammeln uns neben der Bühne. Jeder bekommt von mir eine Umarmung und ein paar motivierende Worte. Und dann: Showtime!

Während der Show bin ich weiter voll beschäftigt. Ich checke den Bühnensound, laufe zum FOH-Platz, höre mir den Mix und das Licht an. Den Rest des Sets bin ich mit iPhone und Kamera unterwegs, um gute Inhalte fürs Social Media zu sammeln. Den letzten Song filme ich meist von der Bühne aus und mache danach noch ein Foto mit Band und Publikum.

 

Nach der Show gehen die Musiker direkt zum Merchstand, ich helfe mit den Stagehands beim Bühnenumbau und achte darauf, dass unser Equipment vollständig ist und sicher verwahrt wird. Den restlichen Abend verbringe ich mit der Band und betreibe Networking. Kurz vor der Curfew schnapp ich mir die Merchkasse, verabschiede mich vom Veranstalter und dessen Crew und sorge dafür, dass unsere Gang samt Equipment wieder sicher im Hotel landet.

Nach einer meist kalten Dusche liege ich viel zu spät, aber zufrieden im Bett. Und bin dankbar für den Abend – und dafür, dass ich mit Musik mein Geld verdienen kann. 

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